Blog

Das Thema „Werte“ ist zentral im Bewerbungsprozess. Dabei geht es um die Werte des Unternehmens ebenso wie um Ihre Werte als Bewerber. Genauer gesagt: Es geht um Übereinstimmungen. Die meisten Personalverantwortlichen, Stellenvermittler und Personalberater prüfen, ob die Unternehmenskultur des Arbeitgebers und die Wertehaltung des Bewerbers zueinander passen.

(mehr …)

Im aktuellen Job läuft es nicht (mehr) so recht und der Gedanke, etwas anderes zu machen, bohrt in dir? Du fragst dich: Hey, jetzt bin ich um die 50… War es das oder suche ich mir doch etwas Neues? 

Doch bevor ein harter Schnitt vorgenommen wird, macht es Sinn, nachzudenken. Dann ist es wichtig, sich selbst die richtigen Fragen stellen und zu beantworten.

Ich brauch was Neues! Oder?

Viele von uns kennen in ihrem Leben Situationen, in denen man sich fragt: Was mache ich hier eigentlich und wie bin ich nur hier reingeraten?

Dein Job macht dich nicht (mehr) glücklich? Das kann geschehen, wenn zu viel Routine im Spiel ist, ein Projekt nicht vorankommt, wenn Aufgaben umverteilt werden, sich die Team-Zusammensetzung ändert, es Stress mit einem oder einer Kollegin gibt oder der Chef wechselt, neue Technologien und Prozessabläufe, … aber auch, wenn Veränderungen im Privatleben uns zum Nachdenken bringen. Und da taucht dieser Satz auf, den man gegenüber der Familie oder Freunden über die Lippen bringt: „Ich hab keinen Bock mehr, ich kündige!“ Das dann aber wirklich zu tun, fällt den meisten schwer. Und ganz spontan, aus einem Gefühl der Verärgerung eine so weitreichende Entscheidung mit nicht absehbaren Folgen zu treffen, ist nicht immer klug. Denn mindestens so wichtig wie der Wunsch aufzuhören sind konkrete Vorstellungen über Alternativen und darüber, wie so eine Alternative denn sinnvollerweise aussehen sollte. Sich beruflich neu orientieren zu wollen, ist also ein guter Anlass, über sich selbst nachzudenken.

Warum hast du dich für den jetzigen Job entschieden – was willst du für die Zukunft?

Für die Entscheidung zum aktuellen Job oder Beruf gab es vermutlich viele Gründe. Für junge Leute spielt oft der Einfluss er Eltern eine Rolle, später bekommen Themen, wie Geld, Ansehen, Karieremöglichkeiten oder Nähe zum Wohnort hinzu. Und was einmal eine gute Lösung war, muss es nicht über Jahre bleiben. Die Arbeitswelt und das Unternehmen verändern sich. Wir verändern uns. Unsere Bedürfnisse und Wünsche ändern sich. Was in jungen Jahren enorm wichtig war, muss es mit 45 oder 55 nicht mehr sein. Oft verändern sich Prioritäten. Es ist also wichtig, darüber nachzudenken, warum man gerade an dem Punkt ist, an dem man sich befindet, was man braucht, um zufriedener zu sein und welche Faktoren vielleicht nicht mehr so wichtig sind wie vor einiger Zeit.

Habe ich im Unternehmen andere Möglichkeiten?

Wer sich im Job langweilt, hat keine Freude mehr hat am Arbeitsalltag, wird irgendwann gleichgültig und macht „Dienst nach Vorschrift“ oder wird sogar krank. Meist ist das nicht „cool“ und „easy“, sondern eher das Gegenteil. Denn wer dauerhaft das Gefühl hat, acht Stunden seines Tages mit Stumpfsinn und Konflikt zu verbringen, wird dabei kaum glücklich sein. Das andere Extrem: Dauerhafte Überanstrengung durch zwölfstündige Arbeitstage, Telefonate auch abends oder samstags, Stress in der Partnerschaft durch das Bedürfnis nach „lass mich in Ruhe“ in der spärlichen Freizeit, dazu vielleicht das Gefühl mangelnder Wertschätzung deines Engagements durch Chef oder Kollegen.

Mein Rat: Erst einmal darüber nachdenken, ob sich im Team, im Unternehmen Lösungen und neue Perspektiven finden lassen. Voraussetzung ist, dass du weisst, was du kannst und willst und ggf. bereit bist zu lernen. Und ja, manchmal muss man feststellen, dass alles im alten Umfeld ausgeschöpft ist und dann hilft nichts anderes als „auf zu neuen Ufern“.

Mehr als ein halbes Jahrhundert hinter mir

Die 50er-Marke hatte ich hinter mir gelassen. Meine erwachsene Tochter lebte mit ihrer eigenen Familie in der Schweiz, ich im Südwesten Deutschlands. Wieder einmal stand ein Lehr- und Trainingsauftrag kurz vor dem Projektende, eine Fortsetzung oder Neubeauftragung war terminlich nicht abzusehen. Die Kleinaufträge, die sporadisch hereinkamen, würden mich wohl eher schlecht als recht über Wasser halten. Nachdenken über das „Wie-weiter und Wohin“ war also angesagt. Da fragte meine Tochter, ob ich nicht näher zu ihr, in die Schweiz kommen wolle. Das ist nun fast zehn Jahre her…

Beruflich noch einmal neu anfangen und das in einem anderen Land?

Das war mein Ziel: ein Neustart mit nachhaltigen Perspektiven. Und so suchte ich mir Arbeit in der Schweiz. Allerdings tat ich etwas, von dem ich Anderen immer abrate – ich nahm den erstbesten Job, den ich in Aussicht hatte. Frei nach dem Motto: „Der Spatz in der Hand ist mehr als die Taube auf dem Dach.“ Der Spatz und ich wurden jedoch nicht die besten Freunde. Und als er wegflog, lernte ich „Jobsuche mit 50+“ intensiv kennen. Besonders, dass einige meiner Qualifikationen hier in der Schweiz nicht den Anforderungen entsprachen, überraschte mich. So absolvierte ich den SVEB1-Kurs, um endlich wieder in die Erwachsenenbildung einsteigen zu können. Unzweifelhaft habe ich viel gelernt und kann diesen Kurs, den ich an der KV Baden durchlief, wärmstens empfehlen. Und siehe da: Nach der gefühlt hundertelfundneunzigsten Bewerbung entschied sich ein Bildungsträger dafür, mit mir im Mandatsverhältnis als Kursleiterin und Coach zusammenzuarbeiten. Eine gute Basis, um zeitlich parallel das eigene Coaching aufzubauen. Und mehr als eine Überlegung wartet noch darauf, von der Idee in die Tat umgesetzt zu werden.

Dass ich Monate gebraucht habe, um einen Job bzw. regelmäßige Aufträge zu finden, liegt sicher auch an meinem Alter. Mit 50+ reißen sich nur wenige Arbeitgeber um einen. Vermutlich, weil sie davon ausgehen, mit 50 wäre eine Arbeitskraft nicht mehr dynamisch, lern- und anpassungsbereit oder kreativ genug, dafür aber teuer. Aber ich kann allen Arbeitgebern versichern: So kreativ, motiviert, geistig und zeitlich flexibel, dazu mit so vielseitigem Knowhow & Erfahrungen war ich als Alleinerziehende mit 28 nicht ausgestattet – jetzt habe und bin ich es! Das ist unbezahlbar.

50+ hat Stärken!

Warum? Ich habe gut 40 Arbeitsjahre in verschiedenen Berufen und noch verschiedeneren Arbeitsumfeldern hinter mir. Ich habe gelernt, dass sich auch nach gefühlten und realen Katastrophen und Lebenskrisen immer wieder neue Wege, Türen und Perspektiven auftun. Also bin ich viel gelassener und voller Zuversicht (wer mag, darf dies auch „Urvertrauen“ oder „Gottvertrauen“ nennen).

Was noch? Meine Tochter ist längst erwachsen und als Grossi bin ich nicht in der alltäglichen Verantwortung oder der Versorgungsaufgabe.

Ausserdem: Ich weiss, was ich geben kann und will. Und: Jetzt kann ich mich auf das konzentrieren, was mir liegt, was ich gut kann und was mir guttut. Ich bin frei für neue Gedanken und Aufgaben, ich bin ein zufriedener Mensch und genau deswegen eine verlässliche Mitarbeiterin. (Okay, vor allem bin ich ja eine Selbstständige.) Ich habe Erfahrungen, die niemand mit Mitte zwanzig haben kann. Das sind Vorteile, die ich gegenüber jüngeren Frauen und Männern habe. Natürlich soll kein Arbeitgeber jetzt nur noch alte Weibsbilder und alte Knacker einstellen. Ist nicht vielmehr ein guter Mix aus Jungen und Erfahren ein Rezept mit hohem Erfolgspotenzial?! Voneinander lernen, sich gegenseitig inspirieren und unterstützen, miteinander Ziele erreichen und nachhaltige Erfolge schaffen … Erfreulicherweise erkennen immer mehr Arbeitgeber, dass dies ein guter Weg ist. Ausserdem: Wie sonst sollen wir bis Mitte oder gar Ende 60 „in Arbeit“ bleiben? Und: Ist nicht Arbeit letztlich viel mehr als Geld verdienen?

Mut zur Positionierung

Auch dies muss gesagt sein: All Ihr erfahrenen Berufsleute – formuliert klar, was Ihr könnt und bietet! Wir sind keine Bettler, sondern kompetente und hoch motivierte Menschen, die vieles zu geben haben und dies sehr gern tun. Und bitte seid auch bereit, zu lernen und neue Erfahrungen zu machen. Immerhin, wenn alles gut läuft – also ich möchte schon gern noch viele Jahre etwas leisten. Sicher nicht mehr zehn und vierzehn Stunden am Tag (das ist ohnehin auf Dauer nicht gesund) aber zum nachhaltigen Gewinn für all jene, die mit mir zusammenarbeiten – und für mich selbst. 

Und: Was oder wer sollte mich davon abhalten, immer wieder auch neue Wege zu gehen?

Über Jahre waren Holzfäller im Eichenwald unterwegs, um Holz zu schlagen für den Bau von Häusern, Schränken und Bänken. Einen Baum verachteten sie immer wieder. „Der ist zu nichts nutze: zu viele Äste, zu knorrig. Kein gerader Balken kommt da heraus, nicht ein einziges Brett“, meinte der Truppführer alle Jahre und spuckte aus vor dem Baum. „Nicht einmal für Brennholz ist der gut, da wird dir ja die Axt ganz stumpf.“ Und schliesslich blieb der Baum allein.

(mehr …)

Lange habe ich überlegt, mit welchem Thema ich ins neue Jahr starte. Lange. Und auch, ob ich wirklich mit Postings sichtbar werden will. … hmmm… ?! Tja, der Mut zur Veränderung…

Nun, Veränderungsbedarf gibt es auch 2023 – da muss man keine hellseherischen Fähigkeiten haben.

Irgendwie scheint 2022 vieles aus der Bahn geraten zu sein. Oder nur „ans Licht gekommen“: Skandale rund um die Fussball-WM, korrupte EU-Politiker und Funktionäre, Fachkräftemangel, Klimakrise, …, von Boris Becker, den Wellen rund um Harry & Maghan und anderen „weltbewegenden Enthüllungen“ ganz zu schweigen.

Weltuntergangsstimmung? Nein! Probleme und kritische Situationen gab es schon immer und bisher hat die Menschheit überlebt.

Ich bin keine Politikerin und auch ein Jammerlappen will ich nicht sein (äh… heisst das jetzt Jammerlappin?). Nun, ich setze da an, wo ich sicher etwas bewegen kann: bei mir selbst.

Du und ich, wir können die grossen Probleme von Politik, Wirtschaft und Umwelt nicht lösen – zumindest nicht allein. Allerdings müssen wir irgendwie mit den Auswirkungen dieser Probleme zurechtkommen.

Was also ist wichtig und machbar? Meiner Meinung nach ist es die gute, alte Selbst- bzw. Eigenverantwortung. 

Was kann ich tun, damit es mir, meiner Familie und anderen Menschen um mich herum gut geht? Mit wem kann ich mich zusammentun, um gemeinsam etwas zu bewegen? Mich nicht darauf verlassen, dass sich jemand anderes schon darum kümmern wird, sondern z.B: Mich nicht über mangelnde Wertschätzung mancher Leute aufregen, sondern selbst respektvoll und empathisch handeln. Danke sagen, Menschen zulächeln, … Ja, mit so scheinbar kleinen Sachen fängt es an. Möglicherweise zieht das ja dann grössere Kreise. Wie das Steinchen, das man ins Wasser wirft.

Muss es wirklich erst schlechter werden, bevor es besser werden kann? Wieviel „Leidensdruck“ brauchst Du, um ins Tun zu kommen? Was kannst Du allein und wo brauchst Du Verbündete und Unterstützung, wo und wie findest Du die? Fragen, die Du Dir nur selbst beantworten kannst.

Ich wünsche Dir jedenfalls ein Jahr voller Gesundheit, Zufriedenheit, Freude, Erfolgen und eine gute Portion Glück – ein Jahr, in dem Du was bewegen kannst!

Verona

Verona Gerasch